„Ich arbeite mit der Natur und nicht dagegen“

Von Laura Küpper | Gepostet am 30.09.2024

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Dominic Wimschneider bewirtschaftet neben seinem Gartenbaustudium in Weihenstephan 27 Bienenvölker und arbeitet zusätzlich als Dozent in der Obstzüchtung in Oberbayern.

Wer ich bin: Mein Name ist Dominic Wimschneider, und ich bin 28 Jahre alt.

Wo ich lebe: Ich komme aus Metten in der Region Deggendorf.

Was ich bewirtschafte: Seit dem 01.08.24 bin ich frisch mit der Umstellung zum Biokreis-Imker fertig und bewirtschafte 27 Bienenvölker neben meinem Gartenbaustudium in Weihenstephan. Außerdem arbeite ich bei einem meiner Dozenten in der Obstzüchtung in Oberbayern. Das lässt sich sehr gut kombinieren mit meinen Bienen, die ich um meine Arbeit herum und im Landkreis Deggendorf verteilt habe. Mit einem Teil der Völker wandere ich auch zu bestimmten Kulturen.

Wer mir hilft: Im Prinzip mache ich alles allein. Platztechnisch ist der Hauptteil meines Betriebes bei meinen Eltern angesiedelt, weil da die Flächen zur Verfügung stehen, und wenn ich mal Unterstützung brauche, helfen meine Eltern aus. Aber mittlerweile kommt man über Kooperationen gut an Flächen ran, weil viele erkennen, dass Bienen einen Vorteil bringen.

Warum ich gerne Bio-Landwirt bin: Weil es einfach funktioniert, um es mal salopp zu sagen. Durchs Studium habe ich erfahren, was auf ökologischen und biologischen Wegen möglich ist, und gesehen, dass alles andere einfach nur ein unnötiger Eingriff in das Ökosystem ist. Ich habe mich für die Bio-Imkerei entschieden, um mit der Natur zu arbeiten und nicht dagegen. Wenn man sich damit beschäftigt, stellt man fest, dass man durch die biologische Wirtschaftsweise viel gesündere, resilientere Bienenvölker erhält.

Warum ich Mitglied im Biokreis bin: Tatsächlich bin ich auf den Podcast Eures Imkerei-Beraters Eddie aufmerksam geworden und schaute mir seine Imkerei an. Ich habe mich zwar vorab informiert, aber den Biokreis hatte ich da noch nicht so auf dem Schirm, weil er schon recht klein ist. Das hat aber auch den Vorteil einer familiären Struktur, und Eddie hat mich mit seinem Beratungsangebot überzeugt.

Was meinen Betrieb zukunftsfähig macht: Ich setze auf eine vielfältige Produktpalette und Direktvermarktung. Ich möchte das komplette Portfolio, das einem die Bienen ermöglichen, abbilden können und auch veredeln. Gerade probiere ich mich zum Beispiel an Honigessig und -seifen. Mittel- und langfristig möchte ich auch in den Obst- und Gemüseanbau einsteigen, damit ich breit aufgestellt bin.

Was meinen Alltag bereichert: Die Bereicherung ist für mich, dass jeder Tag anders ist. Dehalb habe ich mich auch für die Richtung Landwirtschaft und Imkerei entschieden. Man weiß nicht, was der Tag für einen bereithält. Bienen überraschen einen jedes Mal wieder, man lernt da nie aus. Jedes Jahr und jedes Volk ist anders.

Was sich ändern muss: Das ist schwierig. Im Prinzip sehe ich das Hauptproblem bei der Gesellschaft: Einerseits sind regionale, hochwertige Produkte gewünscht, aber andererseits wird dann doch nach dem billigeren Produkt gegriffen. Die Kundschaft muss wieder einen Blick dafür bekommen, welchen Wert die Lebensmittel haben, was sie kosten und für die Umwelt ausmachen.

Wer ich in zehn Jahren sein werde: In zehn Jahren hätte ich gerne einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb mit Obstbäumen, Gemüse, Imkerei und Direktvermarktung – im Idealfall hier an der Donau und mit eigener Familie, die zusammenhält und unterstützt.


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Laura Küpper

Laura Küpper arbeitet in der Biokreis-Öffentlichkeitsarbeit mit dem Schwerpunkt Online-Medien.