Die Arbeit in der freien Natur bereichert meinen Alltag
Von Gabi Kunz | Gepostet am 25.03.2025

Matthias Appel, Biokreis-Landwirt
- Wer ich bin:
Mein Name ist Matthias Appel, ich bin 35 Jahre und gelernter Landmaschinenmechaniker und Landwirt. - Wo ich lebe:
Ich komme aus dem kleinen Ort Vorra im Nürnberger Land, Mittelfranken. - Was ich bewirtschafte:
Im Juli letzten Jahres habe ich den Hof meiner Eltern übernommen und unterhalte etwa 50 Hektar Landwirtschaft und 30 Hektar Wald. Wir haben 30 Limousin-Mutterkühe mit Weidehaltung sowie Ackerbau zur Getreidevermarktung und betreiben eine Forstwirtschaft. Unsere Tiere dienen zur Fleischerzeugung und Nachzucht. Mit dem Handel von Brennholz und Hackschnitzel haben wir uns neben der Landwirtschaft ein weiteres Standbein aufgebaut. - Wer mir hilft:
Meine Mutter ist die gute Seele des Betriebs und hilft überall dort, wo gerade jemand gebraucht wird. Mein Vater kümmert sich vorwiegend um die Versorgung unserer Tiere und ist mir eine große Stütze bei der Waldarbeit. Zum Silieren oder auch bei der Wald- und Holzarbeit hilft uns mein Bruder, der gleich nebenan wohnt. - Warum ich gerne Bio-Landwirt bin:
Meine Eltern haben unseren Betrieb bereits vor 15 Jahren auf ökologische Landwirtschaft umgestellt, was ich sehr befürwortet habe. Wenn ich sehe, wie konventionelle Betriebe auf ihren Feldern Pestizide aufbringen, weiß ich, warum ich Bio-Landwirt bin. Durch die Fruchtfolge in unserer Felderwirtschaft erziele ich gute Erträge, und das zeigt mir, dass ich auf einem guten Weg bin. - Warum ich Mitglied im Biokreis bin:
Die Entscheidung kam natürlich nicht von mir, aber meine Eltern fühlten sich beim Biokreis gut beraten. Ich selbst war bisher erst einmal bei einer Bio-Kontrolle dabei, und da lief alles reibungslos. - Was meinen Betrieb zukunftsfähig macht:
Wenn wir weiter so wirtschaften, bin ich überzeugt, dass wir auch künftig gute Erträge erzielen. Sicherheit geben uns dabei aber auch unsere Forstarbeit und der Handel mit Bau-, Industrie- und Brennholz. Ich beobachte das Höfesterben in meiner Gegend, und das spornt mich an, nicht aufzugeben, sondern für das zu kämpfen, was mir richtig und wichtig erscheint. - Was meinen Alltag bereichert:
Am meisten fasziniert mich die Arbeit in der freien Natur. Mit dem Schlepper über die Felder zu fahren und zu sehen, wie alles wächst, gibt mir die Bestätigung, dass meine Entscheidung, den Hof zu übernehmen, richtig war. Dass ich mir meine Arbeit einteilen kann und kein Tag wie der andere ist, finde ich spannend. - Was sich ändern muss:
Es muss eine angemessene Preisgestaltung für Bio-Produkte und Entlohnung der Bäuerinnen und Bauern für ihre Rohstoffe geben. Verbraucher:innen sollten viel mehr schätzen, dass die Erzeugung von Produkten aus ökologischer Landwirtschaft mit einem Mehraufwand verbunden ist und somit auch ihren Preis hat. Von der Politik wünsche ich mir weniger Auflagen und Bürokratie sowie eine langfristige Planungssicherheit. - Wer ich in zehn Jahren sein werde:
Ich wünsche mir, dass mein Betrieb auch in zehn Jahren noch gute Gewinne erzielt. Und natürlich Gesundheit für meine Familie und mich. Mit einer Partnerin und einer eigenen kleinen Familie an meiner Seite kann ich mir die Zukunft auf meinem Betrieb sehr schön vorstellen.